Verabschiedung unserer 9. Klasse

Welch eine Jahrgangsabschlussbilanz, welch eine Abschlussfeier: Alle 14 Teilnehmer der neunten Klasse der Werner-Porsch-Grund- und Mittelschule haben den erfolgreichen Mittelschulabschluss geschafft, zwölf den qualifizierenden Abschluss. Mit einem Notendurchschnitt von 1,8 hatten Carina Brandl, mit 2,0 Lara Popp und Cenk Dursun den Jahrgang als Beste abgeschlossen.


Damit nicht genug: Beim qualifizierenden Abschluss lag die Quote bei 85,7 Prozent. Dabei wurde zehn Mal der Quali mit der Note „gut“, der Mathe-Quali dreimal mit der Note „Eins“ abgeschlossen. Noch nie haben sich so viele im Quali gegenüber der Jahresfortgangsnote verbessert. Viele haben freiwillige Praktikas gemacht, manch einer hat sich ehrenamtlich engagiert als Konfi-Teamer, Schulbusbegleiter und Schülerlotse. Jeder hat einen Ausbildungsplatz oder geht auf einer weiterführende Schule. „Das alles hatten wir so noch nie“, so ein sichtlich beeindruckter Konrektor und Klassenleiter Werner Leupold. Entsprechend beeindruckend gestaltete sich die Entlassfeier mit ökumenischer Andacht und Feierstunde am Freitagmittag in der Aula. Eine Überraschung reihte sich an die andere, bespickt mit Gesten, Aufmerksamkeiten, Bonmots. Es sei nicht überall selbstverständlich, so Leupold, dass die Abschlussklasse mit so einer tollen Andacht und einer so beeindruckenden Abschlussfeier verabschiedet werde. Sein Dank galt „seinem Spitzenteam um Elisabeth Ponnath und Martina Walther“. Leupolds Dank galt aber auch den „guten Geistern, ohne die nichts gehen würde.“ So Gabi Kaussler von der Verwaltung, Jugendsozialarbeiterin Karina Ziegler, die Hausmeister Helmut Sendelbeck und Roland Steininger, Berufseinstiegsberater Jan Müller. Von den Kollegen im Ruhestand waren Renate Schweingel und Horst Linhardt gekommen, neben Eltern und Verwandten Bürgermeister Manfred Porsch und Elternbeiratsvorsitzende Heike Geier. Projektgruppen der achten Klasse hatten ein Fingerfood-Büfett gezaubert und die dazugehörigen Tabletts zum Anrichten. Die Abschlussschüler überraschten alle ihre Lehrer, die sie seit ihrer ersten Klasse hatten, mit einer großen gelben Rose. Die neunjährige Schulzeit seit 2008 sei „ein bisschen wie Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ gewesen, sagte in ihren Worten zum Abschied Klassensprecherin Carina Brandl. „Am Ende haben wir alle noch ein bisschen besser in der Klasse zusammengehalten und uns gegenseitig geholfen! Jetzt sind wir am Ziel unserer Schulzeit und die Lehrer am Ende!“


Mit den Liedern „Komm freu dich mit“ und „Möge die Straße uns zusammenführen“ umrahmte die Klasse 4b musikalisch die Andacht zum Auftakt mit Pfarrer Sven Grillmeier und den Religionspädagoginnen Stefanie Hopp und Elisabeth Ponnath. „Ihr steigt heute aus dem Boot der Schule aus und seid jetzt auf euch alleine gestellt, ohne dem Rektor als Kapitän und dem Lehrerkollegium als Mannschaft, die über Jahre das Boot sicher über die mal ruhige, mal aufgewühlte, mal stürmische Wasser geleitet haben“, sagte der Geistliche in seiner Predigt. Jetzt sei es an der Zeit, alleine zu bestehen auf der See des Lebens. Dafür sprach er ihnen Mut zu und gab ihnen Ratschläge der Lebensbewältigung mit auf den Weg. „Ja, ihr könnt es und ihr schafft es“, so Grillmeier. „Vertraut auf euch selbst und auf euer Können, nehmt die Hilfe eurer Eltern und Verwandten in Anspruch, wenn ihr merkt, ihr schafft es doch nicht allein, und vertraut auf Jesus Christus, der immer da ist, selbst wenn keiner mehr da ist.“
Die anschließende Feier zur Zeugnisverleihung wurde vom Grundschulchor unter Leitung von Martina Hundsdorfer mit dem eigens neu komponierten Kanon „Neun Jahr ward ihr jetzt hier an der Speichersdorf Schule“ eröffnet. Er stimmte auch „Die Gedanken sind frei“ an. Als Solisten steuerten Bram Kleyman (Klasse
4b) am Klavier die „Horchmuschel-Serenade“ von John Wesley Schaum und Annaluna Mancia-Kuhbandner (Klasse 4a) auf der Querflöte die “ Etüde A-Dur“ von Ludwig Schytte bei.
„Ciao, macht´s gut“, sagte seinen Schützlingen zum letzten Mal als Klassenleiter Konrektor Werner Leupold. Er geht 2018 in Ruhestand. „Ihr habt mir das in euch gesetzte Vertrauen in Form eures Verhaltens und guten Leistungen dicke zurückgegeben – im richtigen Ton, mit Pünktlichkeit und Ehrgeiz. Auf euch war immer und jederzeit Verlass“, fasste er seine Erfahrungen zusammen.
Leupold hatte den Stein im Klassenzimmer der neunten Klasse mitgebracht. Dort hatte er, anknüpfend an den Stein in Astrid Lindgrens Geschichte „Über Frieden“ drei Jahre die Gewaltlosigkeit, gewaltlose Erziehung und Frieden symbolisiert. „Begegnet anderen immer so, wie ihr es von anderen erwartet“, gab Leupold seinen Schülern mit auf den Weg. „Bleibt kritisch, lasst euch nicht von anderen vereinnahmen und zu sehr von den sozialen Medien beeinflussen“, ermutigte er. Nicht zuletzt volles Vertrauen in Gott und die Zukunft, in den neuen Beruf und die neuen Chefs, Ausbilder und Lehrer anderer Schulen sowie in den Lebenspartner und die eigenen Kinder. Anknüpfend an das Sprichwort „Wir lernen nicht für die Schule, sondern für das Leben“, forderte Bürgermeister Manfred Porsch die künftigen Ex-Schüler auf, das Rüstzeug auf rechte Weise zu nutzen und zu vermehren und auf diesem Fundament das Haus ihres Lebens zu bauen, damit es allen Stürmen und Gefahren widerstehe. „Geht den geraden Weg und lasst euch nicht von den reizvollen Verlockungen der Gesellschaft verwirren und verleiten“, gab er ihnen mit auf den Weg. Die Berufschancen seien so gut wie noch nie. Der Dank der Elternbeiratsvorsitzenden Heike Geier galt in erster Linie Rektor Werner Leupold. Trotz der Doppelbelastung mit Schulleitung als Krankheitsvertretung und Klassenleitung habe er alle Schüler erfolgreich über die Ziellinie geführt. Auf ihrem Weg zu neuen Ufern von Lehre und Beruf wünschte sie den Schülern einen Weg, den sie gerne gehen, auf dem sie die Steine nicht spüren, der nicht endlos sei – mit einem Ziel vor Augen, das sie erfülle.

  

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