Spende an Asante e.V.

Speichersdorf. (wh) 1375 Euro Spende von Schülern der Werner-Porsch-Schule in Speichersdorf an Asante e.V. für Schüler in Kenia, die kein Frühstück haben. Welch´ ein Projekt, welch´ eine Aktion, welch´ein Engagement, welch´ ein Erfolg der 273 Schüler der 13 Klassen und ihrer Lehrer.

Am Freitagvormittag wurde die unerwartet große Spende unter großem Applaus und Jubelruf nicht nur an Mitarbeiterin des Vereins, Susanne Birkle, übergeben. Von der proppenvollen Halle gingen von den Schülern und Lehrern auch herzliche und liebe Grüße an die Schüler in dem bitterarmen Landesteil Tiwi im ostafrikanischen Land Kenia. Initiiert, organisiert und koordiniert hatte das Projekt die Klassenleiterin der zweiten Klasse, Marion Pfeiffer. Sie ging mit der Pegnitzerin Susanne Birkle schon in die Schule und ist seit fast vierzig Jahren mit ihr befreundet. Die Mutter von Birkle, Christine Rottland, aufgewachsen in Neustadt am Kulm, hat den Verein Asante e.V. zur Förderung von Schülern und Schülerinnen in Tiwi, Kenia, im Juni 2003 gegründet. Der vom Finanzamt Bayreuth als gemeinnützig anerkannte Verein finanziert für die Schüler in der Schul- und Ferienzeit Frühstück und Mittagessen, vermittelt Schulpatenschaften an bedürftige Kinder mit und ohne Elternhaus, um ihnen nach Ende der Schulzeit eine Chance auf Arbeit zu geben, unterstützt Großmütter oder Angehörige von Waisenkindern durch Nahrungsmittelhilfe, damit die Waisenkinder in ihren Großfamilien aufwachsen können, gibt Ausbildungshilfe für Schüler an Gymnasien und Berufsfachschulen bis hin zur Lehramtsausbildung ihrer ehemaligen Schulabgänger, übernimmt die Kosten für medizinische Betreuung aller vom Verein geförderten Schüler und bei Menschen in Notsituationen und schafft Einrichtungen und Ausrüstung. Derzeit fördert Asante ca. 700 Kinder und junge Menschen, von der Kinderkrippe bis zur Universität. Asante ernährt insgesamt 400 Kindergartenkinder und Grundschüler an der vereinseigenen Schule mit Frühstück und Mittagessen. Des Weiteren hilft Asante derzeit 4350 Kindern an bettelarmen Nachbarschulen mit Uji – dem nahrhaften Frühstücksbrei.
Marion Pfeiffer war in den Ferien 2019 mit ihrem Mann nach Kenia gereist, hatte Schulen im Regierungsdistrikt Kwale besucht und sich vor Ort ein Bild von den erschreckenden Schulverhältnissen und dem segensreichen Wirken von ASANTE in Kindergärten und Schulen gemacht. „Neben fehlenden Einrichtungen und Ausrüstungen ist hier vor allem Hunger ein großes Thema“, so die Pädagogin. Kindergartenkinder und Schüler kommen hier ohne Frühstück und haben teils nicht einmal ein Mittagessen. Dabei wurde die Idee für ein Projekt „Speichersdorfer Schüler helfen kenianischen Schülern“ geboren. Bei einem Vortrag „Wie ergeht es Schulkindern in Kenia?“ Ende November zeigte Susanne Birkle anhand von eindrucksvollen Bildern und Situationsschilderungen den Schülern der Grund- und Mittelschule in Speichersdorf, wie die Kinder in Tiwi-Kenia Schule erleben. So saßen die Schüler, die in die Schule kommen durften und nicht zu Hause arbeiten mussten, vor der Gründung des Vereins in einem Klassenzimmer nur auf dem Boden und hörten dem Lehrer zu. Arbeitsmaterialien gab es nicht. Nach der Gründung des Vereins und mit Hilfe von Spenden konnten einige Klassenzimmer mit Bänken und Schulmaterial ausgestattet werden. Seither gibt für alle einen Frühstücksbrei, was viele Familien zum Anlass nehmen, ihre Kinder in die Schule zu schicken, da sie teilweise so arm sind und kaum selbst etwas zum Essen haben. Der Verein kümmert sich auch um Möglichkeiten einer Schulbildung von Waisenkindern und Kindern von sehr armen Familien in Tiwi-Kenia.
Bewegt von diesem Vortrag entschieden sich die Grund- und Mittelschüler dafür, diesen Verein im Rahmen der Weihnachtsfeier und des Weihnachtsmarktes am 17. Dezember mit dem Lehrerkollegium in der Festhalle zu unterstützen, indem sie einen Teil ihrer Einnahmen spenden werden. Alle Schüler von den Erstklässlern bis zu den Neuntklässlern begannen zu werkeln, zu basteln und tolle Sachen herzustellen. Stundenlang, ja tagelang wurde auf den Weihnachtsbasar hingearbeitet.
Was die Schüler dabei jedoch an Erlös erzielten, das war bis Freitag eines der best gehütetsten Geheimnisse.

Umso größer war um 10 Uhr in der Festhalle der Applaus und Jubel der 273 Schüler, als Rektorin Hedwig Forster den Scheck enthüllte und die stolze Summe von 1375 Euro zum Vorschein trat. Natürlich auch zur großen Überraschung und Freude von Susanne Birkle, die eigens zur Spendenübergabe nach Speichersdorf gekommen war. „Den Applaus habt eigentlich ihr verdient“, so die Schulleiterin an ihre Schüler. „Ihr habt mit eueren Lehrern alles vorbereitet und gebastelt und euch die Mühe gemacht.“ Ihr Dank galt auch den Eltern, die fleißig eingekauft haben. In der Gewissheit, dass das Geld in guten Händen ist, unmittelbar bei den Betroffenen ankommt und zweckgebunden verwendet wird, überreichte Forster den Check an Birkle. Ebenfalls überwältigt von der Summe bekräftigte die Asante-Vertreterin, dass damit für viele Kinder in Kenia für lange Zeit ein Frühstück organisiert werden könne. „Mit 1,60 Euro könne für ein Kind, das nichts zu essen habe und kein Frühstück bekomme, einen Monat lang an allen Schultagen ein Frühstück organisiert werden“, rechnete sie vor. Dank erfüllt sagte Birkle zu, für die Schüler Bilder machen und ihnen zu zeigen, was aus ihrer Spende geworden ist.

(Text und Fotos: Wolfgang Hübner)

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