Verabschiedung der 9.Klasse

Bilder und Texte: von Wolfgang Hübner

Welch eine Erfolgsquote: 90 Prozent!

17 Schüler und eine externe Schülerin haben den Qualifizierenden Mittelschulabschluss geschafft. Vier davon mit einem Einser Schnitt. Mit je einem Notendurchschnitt von 1,3 hatten Laura Leimann und Daniela Hufnagl, mit 1,5 Kristin Opel und mit 1,7 Svenja Schraml den Jahrgang als Beste abgeschlossen. Welche eine großartige Jahrgangsabschlussbilanz von Justin Benesch, Joachim Brehm, Patrick Budakova, Philipp Budakova, Mert Bulut, Cihan Dursun, Leon Kahlert, Felix Porsch, Alexander Semba, Andi Taller, Jolina Friedrich, Vanessa Gans, Daniela Hufnagel, Lena Kausler, Maike Kuhn, Laura Leimann, Kristin Opel, Saskia Preißinger, Svenja Schraml und Dilan Kahraman (Realschule). Jeder hat einen Ausbildungsplatz oder geht auf einer weiterführende Schule. Welche eine beeindruckende Entlassfeier mit ökumenischer Andacht und Feierstunde der Absolventen am Freitagmittag in der Aula. Sie hatten sie unter das Motto „Teamwork“ gestellt, das sie nach der Abschlussprüfung auch auf ihren T-Shirts und Pullover getragen hatten. Eine Überraschung reihte sich an die andere, bespickt mit Gesten, Aufmerksamkeiten, Bonmots. Noch nie hat sie so lange gedauert. Noch nie war sie so kurzweilig. Noch nie hat ein Klassenleiter so eine Abschiedsrede gehalten und mit seinen Schülern im positiven wie im nachdenklichen Sinn „abgerechnet“. Noch nie haben sich so viele Schüler seit der siebten Klasse so verbessert. Jeder hat freiwillige Praktikas gemacht, jeder hat sich ehrenamtlich engagiert als Konfi-Teamer, Schulbusbegleiter und Schülerlotse. „Das alles hatten wir so noch nie“, so ein sichtlich beeindruckter Klassenleiter Philip Wisnewski. 2016 neu an die Mittelschule gekommen hat er die Schüler in der siebten Klasse als Klassenleiter übernommen und in drei Jahren zum Abschluss geführt. „Strahlende Gesichter im Schulhaus über die drei Jahre waren für mich immer das äußere Zeichen, dass es ihnen Spaß gemacht hat“, zeigte er sich zufrieden.

Dies belegte dann auch Wisnewskis Bilderpräsentation. Unter dem Titel „Das Ende einer langen Reise“ und unterlegt mit dem Popsong „So wie jetzt wird’s nie wieder sein“ ließ der Pädagoge in einem 10-minütigen Zeitraffer unvergessliche Momente des dreijährigen Miteinanders Revue passieren. „Wir waren eine Klassengemeinschaft, die ihr Bestes gegeben und viel bewirkt hat“, resümierte Abschlusssprecher Mert Bulut am Ende einer beeindruckend gestalteten Entlassfeier mit ökumenischer Andacht und Feierstunde am Freitagmittag in der Aula. Viele tolle Aktionen seien gemeinsam unternommen worden, blickte er zurück. Bei vielen Aktivitäten habe man gut zusammengehalten und zusammengearbeitet, und dabei den Ruf der Schule verbessert. Neben den Lehrkräften und Eltern, Elternbeirat und Gemeinde galt sein Dank aber auch den „guten Geistern, ohne die nichts gehen würde.“ So Gabi Kaußler von der Verwaltung, Jugendsozialarbeiterin Karina Ziegler und Hausmeister Roland Steininger. Zudem hatten die Schüler ihre Klassenleiter in der ersten Klasse nicht vergessen und sich für deren fundamentalen Grundlagenarbeit bedankt: Renate Schweingel und Horst Linhardt. Die zwischenzeitlich Ruheständler waren zur Entlassfeier als Ehrengäste gesondert eingeladen.

Zuvor hatte der Chor der Klasse 4b unter Leitung von Martina Walter an der Gitarre die Andacht mit Pfarrer Sven Grillmeier und der Religionspädagogin Stefani Hopp mit den Liedern „Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehen!“ und „Nimm dir Zeit, finde deinen Traum“ umrahmt. Mit „Maria Damour“ von Paul Senneville und „My heart will go on“ von James Horner am Klavier gab Alexandra Kutepow der Entlassfeier eine besonders feierlich Note.

Es sei gute Tradition, so Pfarrer Sven Grillmeier, mit einer der Andacht Gott zu danken, was wir im Schulleben erleben durften. Aber auch Gott zu bitten, weiterhin zu begleiten auf dem Lebensweg in so einem langen Leben. „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück“, zitierte der Geistliche Benjamin Britten. Wer aufhöre zu lernen, der treibe rückwärts. Lasst euch nicht rückwärts treiben, sondern rudert mutig weiter, gab er den Absolventen mit auf den Weg. Am besten im Team. Dabei dürfe Team nicht bedeuten: „Toll ein anderer macht´s!“, sondern die Gestaltung des Lebens im Miteinander und in gegenseitiger Geborgenheit. Er wünschte ihnen ein gutes Team, bestehend aus Eltern, Freunden, Kirche, und allen ehemaligen Lehrern aller Jahrgänge an der Seite. „Geht hinaus in euer Leben mit einem wunderbaren Team im Rücken!“ Dabei könnten sie auch darauf vertrauen, dass mit Gott und seiner Hilfe so manche Schwellen des Lebens überwunden werden können. Die spannende Zeit nach der Schule verglich Stefanie Hopp mit einer Uhr ohne Zeiger. Nach den klar strukturierten Jahren der Schule würden die Uhren jetzt anders ticken, würden andere Dinge auf den Plan treten, sei ungewiss, wann was passiere. „Keiner wisse momentan, für was er alles Zeit brauche und für was nicht“, so Hopp. Nur eines sei gewiss: Es liege an jedem selbst, sich Zeit zu nehmen und die Zeiger in der Uhr liegen zu lassen. Zu genießen, zu entdecken, hinzusehen – zu leben. Auch wenn es dabei nicht mal so laufe, die Schüler könnten auf Gottes Zusage vertrauen: Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Zeit. In den Dankesrufen dankten die Schüler für das Lernen und Spaß haben dürfen, für gute und schwere Zeiten, für den Zusammenhalt in der Klasse und die begleitenden Lehrer. In den Fürbittrufen für ein gutes Team auch in Zukunft, für Kraft und Begleitung in schweren Zeiten.

Von all den Jahren vom ersten Schultag mit Schultüte bis heute mit dem Zeugnis, so Rektorin Hedwig Forster, bleibe mehr als Unterricht und Inhalte. Durch Erziehung und Bildung seien auch Werte vermittelt und Prägungen für das Leben erfolgt, die gut tue. „Jeder nimmt ein gutes Stück davon mit“, war sie sich sicher. „Ich wünsche euch einen Weg, den ihr gerne geht, dessen Steine ihr nicht spürt, der nicht endlos ist, auf dem ihr ein Ziel habt, das euch erfüllt – ich wünsche euch ein geiles Leben“, sagte Elternbeiratsvorsitzende Heike Geier. Sie dankte für eine außergewöhnliches Engagement und Hilfsbereitschaft bei Veranstaltungen und Feierlichkeiten. „Ihr werdet ein riesiges Loch hinterlassen, wenn ihr geht“, war sie sich sicher. Als Zeichen des Dankes gab es eine riesige Töte Naschereien.

Das Wissen der Schule werde zukunftsweisend und hilfreich sein, so Bürgermeister Manfred Porsch. Er forderte die Schüler auf, das Rüstzeug zu nutzen, es zu vermehren und auf diesem Fundament das Haus des Lebens zu bauen. Er mahnte aber auch, den geraden Weg zu gehen und sich nicht verleiten zu lassen von den Irrungen und Wirrungen der Gegenwart. Einen Beruf zu erlernen, dafür seien die Chancen so gut wie noch nie. Ebenso tüchtige, zuverlässige und rechtschaffene Menschen zu werden und zu bleiben. Die Abschlussschüler überraschten am Ende alle, die sie ihrer ersten Klasse begleiteten, mit einer großen Rose. Für den gemütlichen Teil am Ende hatten Projektgruppen der achten Klasse ein Fingerfood-Büfett gezaubert.

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