Vorbericht zum „Tag der offenen Tür“ der Mittelschule

mBot in Action, Kahoot, Weißblatt- und Placemat – Methode und Lapbooks – welcher Leser kann mit diesen Fachbegriffen schon etwas anfangen? in jedem Fall die Schüler und Lehrer der Werner-Porsch-Mittelschule. Denn hier gehören sie zum Lehrplan der fünften bis neunten Klassen. Und sie beweisen eindrucksvoll, dass die Mittelschule mehr zu bieten hat, als Ottonormalverbraucher zunächst erwarten würde. Landläufig haben die Mittelschulen mit dem Image, Restschule zu sein, zu kämpfen. Völlig zu Unrecht: denn sie haben, wie die Beispiele eindrucksvoll beweisen, ihre fachlichen Qualitäten. Das will und wird auch die Werner-Porsch-Mittelschule mit einem eigens als Projekttag konzipierten Tag der offenen Tür am Dienstag, 9. April, eindrucksvoll beweisen. Kurier-Mitarbeiter Wolfgang Hübner sprach mit dem Vorbereitungsteam Konrektor Christian Hanauer und seinen Kollegen, den Lehrkräften Marion Vogel, Silvio Schömann und Philip Wisnewski über die Hintergründe und das Angebot.

Mittelschulen sind doch eigentlich die Kaderschmieden für den Mittelstand?

Hanauer: Neben dem Vermitteln von Fähigkeiten und der Charakterbildung steht die Berufsorientierung im Fokus. Durch Praktika, externe Kooperation mit Berufseinstiegsbegleitungen oder dem Arbeitsamt ist es unser Ziel, unsere Schüler fit für das Berufsleben zu machen. Die Digitalisierung und das neue Pflichtfach Informatik ab der fünften Klasse geben uns neue Möglichkeiten, unsere Schule voranzubringen. Projekte wie Praxis an Mittelschulen und die arbeitspraktischen Fächer vermitteln viele wichtige vorbereitende Fähigkeiten für mittelständisches Handwerk und Industrie.

Mit dem Tag der offenen Tür geht die Mittelschule jetzt einen neuen Weg, dies zu kommunizieren und transparent zu machen?

Hanauer: Ja, der Tag der offenen Tür wird jetzt zunächst für die Viertklässler stattfinden. Damit wollen wir unsere Mittelschule stärken. Denn im Interesse aller Beteiligten muss der Speichersdorfer Schulstandort erhalten bleiben, da einer Gemeinde ohne weiterführende Schule eine lebenswichtige Lebensader fehlt! Im Mittelpunkt des Tages stehen daher praktische Tätigkeiten und didaktische Lehrmethoden, die für unsere Schulart charakteristisch sind.

Wer ist die Zielgruppe und wie will man sie besonders erreichen?

Wisnewski: Wir wollen den Kindern und Eltern der jetzigen vierten Klassen unsere Mittelschule vorstellen. Dazu haben wir Lehrer unterschiedlichste Stationen vorbereitet: vom Programmieren von mBots, dem Backen in der Schulküche, chemischen Versuchen bis hin zu Unterrichtsmethoden und der Mathe-Werkstatt.  Wir möchten die Schüler überzeugen, weiterhin in Speichersdorf zur Schule zu gehen und eine hochwertige Schulbildung zu erreichen. Weitere Vorteile sind natürlich auch, das bekannte Umfeld zu erhalten und nicht mit Bus oder Bahn sehr weit zur Schule fahren zu müssen. Darüber hinaus wird der Schulstandort Speichersdorf in den nächsten Jahren noch attraktiver. Nicht nur durch neue Fächer, durch bewährte und neue Kollegen, sondern auch durch eine Schulsanierung, die ansteht.

Welche Themen stehen an diesem Tag im Mittelpunkt?

Schömann: Wir werden den Schülern das neue Pflichtfach Informatik exemplarisch am mBot vorstellen. Dabei handelt es sich um einen Roboter-Bausatz, an dem Bewegung, Audioausgabe, Ultraschallsensor (Erkennen von Hindernissen), Linienfolgesensor, Helligkeitssensor, LED-Licht und Buttons programmiert werden können. Wir werden neue Unterrichtsmethoden wie Kahoot, die Weißblatt- und Placemat-Methode sowie Lapbooks vorstellen. Dass Sportunterricht auch anders geht zeigen wir den Schülern in der Turnhalle.  Bewegung läßt sich nämlich auch glänzend mit Gehirnjogging verbinden, sodass auch Lernen auf diese Weise viel Spaß und Freude bereitet. Um Forschendes Lernen mit vielfältigen Werkzeugen, Materialien und Alltagsgegenständen geht es in der Lernwerkstatt. Spannende Demonstrationsversuche mit Wasserstoffperoxid und Gummibärchenflammeninferno warten im Fach PCB (Physik, Chemie, Biologie) auf die Schüler.

Wie ist der Ablauf geplant?

Vogel: Beginn ist um 10.30 Uhr. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Schulleitung wird um 10.45 Uhr an der ersten Station begonnen. Es werden sechs Gruppen zu je sieben Schülern gebildet, die dann innerhalb des Schulgebäudes zu den unterschiedlichen Stationen wechseln. Die Vorführung an einer Station wird 15 Minuten dauern.

Wie geht es nach dem Projekttag weiter?

Hanauer: Die Schule wird im Rahmen der Digitalisierung eine Steigerung ihrer Modernität und Attraktivität erfahren durch die Neuanschaffung von Laptopkoffern, einer kompletten Abdeckung der Klassenzimmer mit WLAN sowie einer noch besseren Zusammenarbeit mit heimischen Betrieben, die im Rahmen von Projekten mit ins Boot geholt werden sollen. Letztlich soll unsere Schule nicht nur als Lebensvorbereitung für den Alltag, sondern auch zur fundierten Grundbildung für alle industriellen, handwerklichen und sozialen Berufe fungieren. wh

(Text und Interview: Wolfgang Hübner)

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